Pflegebedürftige in der Pandemie nicht vergessen!

Für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen stellt eine Infektion mit dem Coronavirus fraglos ein großes Risiko dar. Klar ist inzwischen aber auch, dass wir lernen müssen, mit diesem Risiko umzugehen. Pauschale Besuchsverbote können dabei in Pflegeeinrichtungen nur in Ausnahmefällen und vor allem nur für begrenzte Zeiträume eine Lösung sein. Denn sie haben zu Situationen geführt, die für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kaum auszuhalten waren.

 

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus: „Die Lage in den Einrichtungen ist aktuell sehr heterogen. Ich sehe Einrichtungen, die sich unter Einbindung der Bewohnervertretungen sehr gut auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen im Herbst und Winter vorbereitet und kreative Lösungen entwickelt haben, um Besuche, Spaziergänge und auch Einkäufe zu vernünftigen Bedingungen zu ermöglichen. Aber leider höre ich auch immer noch von Einrichtungen, die primär auf die Isolation der Bewohner setzen. Das kann sechs Monate nach Beginn der Pandemie einfach nicht mehr sein! Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist es nicht nur eine Pflegeeinrichtung, es ist ihr Zuhause. Und dort benötigen sie nicht nur Schutz vor Infektionen, sondern auch Nähe, soziale Kontakte und die Gewissheit, Einfluss auf ihre Lebensbedingungen nehmen zu können.“

 

Der Pflegebevollmächtigte fordert daher alle Beteiligten auf, in der Diskussion um die in der Pandemie notwendigen Maßnahmen auch an die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen zu denken:

 

„Wir sind als Gesellschaft gefordert, die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen, um denen, die in der Pandemie besonderen Schutz benötigen, ein Maximum an Lebensqualität zu ermöglichen. Den Belangen und Bedarfen Pflegebedürftiger muss deshalb in der Diskussion besondere Priorität zukommen. Sie dürfen in dieser Pandemie nicht vergessen werden.“

 

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