Andreas Westerfellhaus fordert in der Pflege zu mehr Mut und Kreativität bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen auf und kündigt dazu ein eigenes Projekt an.

„Berufsflucht hausgemacht? Schlüsselfaktor Arbeitsbedingungen in der Pflege“

 

Auf einer Veranstaltung des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung wurde mit geladenen Experten diskutiert, wie durch bessere Arbeitsbedingungen mehr Personal für die Pflege gewonnen werden kann.

 

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus fordert in der Pflege zu mehr Mut und Kreativität bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen auf und kündigte ein eigenes Projekt zur Förderung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege an. Denn will man Fachkräfte in Altenpflege und Krankenhäusern gewinnen und halten, bedarf es attraktiver Arbeitsbedingungen, sonst verlaufen alle anderen Bemühungen im Sande.

 

„Es ist beeindruckend, dass Pflegeeinrichtungen, die ihre Mitarbeiter wertschätzen und ihnen gute Arbeitsbedingungen zur Verfügung stellen, kaum Probleme mit dem Fachkräftenachwuchs haben“, fasst Staatssekretär Westerfellhaus den Tag zusammen. „Aber vielen Pflegeanbietern gelingt es offenbar nicht, in der täglichen Arbeit gute Arbeitsbedingungen umzusetzen.“

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt in seiner Rede: „Die Zukunft der Pflege steht und fällt mit den Arbeitsbedingungen. Gute Arbeitsbedingungen sind das A und O, damit Pflegekräfte gern in ihrem Beruf bleiben und sich mehr junge Menschen für diesen wichtigen Beruf entscheiden. Dazu gehören verlässliche Dienstpläne, ausreichend Kollegen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, betriebliche Gesundheitsförderung, mehr Wertschätzung und eine angemessene Bezahlung.“

 

Was genau gute Arbeitsbedingungen ausmacht, stellte Herr Prof. Dr. Thomas Klie anhand von 14 „Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Personalarbeit in der Langzeitpflege“ dar. Die geladenen Pflege-Experten aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen schilderten dazu ihre Erfahrungen in der Praxis: Gute Arbeitsbedingungen entstehen nicht von alleine und über Nacht. Sie erfordern oft harte Arbeit, hoch qualifizierte und motivierte Führungskräfte, Mut und Beharrlichkeit.

 

Am Ende der Tagung wurde aber auch deutlich, dass es für viele kleine und mittelständische Pflegeeinrichtungen eines Impulses von außen bedarf, um den Prozess der Veränderung in Gang zu setzen. Staatssekretär Westerfellhaus nahm den Ball auf und gab den Startschuss für das „Projekt zur Umsetzung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege“. Konkret sollen ein Instrumentenkoffer und ein Schulungsprojekt entwickelt werden, mit denen in einem ersten Schritt kleine und mittelständische Pflegeeinrichtungen unterstützt werden, bewährte Instrumente für gute Arbeitsbedingungen bei sich zu implementieren. Westerfellhaus hierzu: “Wenn die Projektergebnisse erfolgversprechend sind, sollen bundesweit Pflegeeinrichtungen davon profitieren.“

 

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