Entgeltstudie

Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient

Ambulante Pflegekraft unterstützt Pflegebedürftigen mit Demenz im Alltag
Ambulante Pflegekraft unterstützt Pflegebedürftigen
mit Demenz im Alltag. © BMG / Thomas Köhler (photothek)

Mit dieser Fragestellung wurde 2015 die tatsächliche Bezahlung aller Pflegefach- und Pflegehilfskräfte in der Altenpflege und im Krankenhaus in den 16 Bundesländern ausgewertet. Dabei wurden die Jahresarbeitsentgelte aller Vollzeitkräfte einschließlich sämtlicher Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und Schichtzulagen berücksichtigt. Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit den Daten aus 2013 belegt, dass Pflegekräfte durchaus gut verdienen können. Es bestehen aber je nach Region deutliche Unterschiede. Krankenpfleger verdienen eher gut und Altenpfleger im Vergleich dazu deutlich schlechter. In allen Bundesländern verdienen Altenpfleger weniger als Fachkräfte anderer Branchen.

 

Grafik regionale Varianz - Fachkräfte
Grafik regionale Varianz - Hilfskräfte

 

Der damalige Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte Laumann forderte angesichts dieser Zahlen bereits 2015: „Wir brauchen in der Altenpflege endlich flächendeckend faire und angemessene Löhne.“ Staatssekretär Westerfellhaus unterstützt diese Forderung vollumfänglich und fordert die Politik und die Tarifpartner auf zu liefern. Der aktuelle Koalitionsvertrag ebnet dafür den Weg. Dort heißt es: „Wir wollen die Bezahlung in der Altenpflege nach Tarif stärken. Gemeinsam mit den Tarifpartnern wollen wir dafür sorgen, dass Tarifverträge in der Altenpflege flächendeckend zur Anwendung kommen. Wir wollen angemessene Löhne und gute Arbeitsbedingungen in der Altenpflege. Dafür schaffen wir die gesetzlichen Voraussetzungen.“

 

Der Pflegebevollmächtigte fordert deshalb zügige gesetzliche Änderungen, um allgemeinverbindliche Tarifverträge für die Pflege in allen Bundesländern zu erreichen. Tarifverträge sind nicht nur ein wichtiger Hebel für bessere Löhne, sondern auch für faire Arbeitsbedingungen, z.B. für mehr Dienstplanstabilität, innovative Arbeitszeitmodelle etc.

 

Die Entgelt-Studie aus 2015 legte außerdem offen, dass viele Pflegekräfte ungewollt in Teilzeit arbeiten. Demnach hat nur rund jede zweite beschäftigte Pflegefachkraft eine Vollzeitstelle. Bei den Helferberufen in der Pflege liegt die Teilzeitquote teilweise sogar deutlich über 70 Prozent. Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind vielfältig: Beispielsweise sind in den westdeutschen Bundesländern für Altenpflegefachkräfte vor allem persönliche und familiäre Gründe ausschlaggebend, darunter das Fehlen von Kinderbetreuungsplätzen. Dagegen arbeitet in den ostdeutschen Bundesländern die Hälfte von ihnen nur deshalb in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle finden.

Grafik regionale Varianz - Teilzeit

 

Unfreiwillige Teilzeit passt jedoch nicht mit der Klage über den Fachkräftemangel zusammen. Staatssekretär Westerfellhaus fordert die Arbeitgeber in der Pflege daher auf, mehr Teilzeit- in Vollzeitstellen umzuwandeln. Sein Arbeitszeitmodell selbst zu bestimmen, steigert die Arbeitszufriedenheit erheblich. Und motivierte und zufriedene Pflegekräfte sind ein entscheidender Faktor für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Pflegebedürftigen und Patienten – heute und in Zukunft.

 

Die Entgeltstudie aus 2015 können Sie hier abrufen. Staatssekretär Westerfellhaus plant in Kürze eine Folgestudie, um die tatsächliche Lohnentwicklung in der Pflege zu ermitteln

 

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