Westerfellhaus zur Situation der außerklinischen Intensivpflege

Zum drastischen Anstieg der außerklinisch intensiv beatmeten Patienten von 1000 im Jahr 2005 auf derzeit rund 30000 Patienten erklärt Andreas Westerfellhaus:

„Menschen nach schweren Unfällen oder bei komplexen Organversagen, die bis vor kurzem vielleicht noch daran gestorben wären, können jetzt gerettet und sogar wieder in die eigene Häuslichkeit entlassen werden. Diese Errungenschaften sind aus meiner Sicht zu begrüßen. Ganz wichtig: Für die Begleitung von beatmungspflichtigen Patienten darf nur hoch qualifiziertes und speziell ausgebildetes Personal eingesetzt werden, das im Fall der Fälle schnell und fachlich richtig handelt. Das muss ohne Wenn und Aber umgesetzt werden. Angelernte Hilfskräfte können und dürfen diese verantwortungsvolle Arbeit nicht übernehmen. Alles andere wäre gefährliche Pflege, die streng geahndet werden muss.

Ich kenne Problemanzeigen, dass das Weaning, also das Abtrainieren einer Beatmungskanüle, nur deshalb unterbleibt, weil nach deren erfolgreichen Entfernung der Pflegedienst weniger abrechnen könne. Das ist nicht akzeptabel. Wer so etwas sieht oder ahnt, sollte sofort die Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen einschalten – das geht auch anonym. Jede Krankenkasse muss eine solche Stelle vorhalten, die dann auch mit den Staatsanwaltschaften zusammenarbeitet."

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