Leiharbeit in der Pflege begrenzen

Bundesgesundheitsminister Spahn hat angekündigt, in Krankenhäusern den Einsatz von Leiharbeit in der Pflege einzudämmen. Staatssekretär Westerfellhaus: „Ich begrüße und unterstütze dieses Vorhaben. Der Einsatz von Leiharbeitnehmern sollte ursprünglich zur kurzfristigen Überbrückung von Arbeitsspitzen erfolgen. Davon sind wir aber schon weit entfernt. Wir brauchen wieder sich sinnvoll ergänzende Personalkonzepte, die sich nicht kannibalisieren und Unfrieden stiften.“

 

Der Pflegebevollmächtigte hatte sich bereits bei der Konzertierten Aktion Pflege dafür eingesetzt, die Leiharbeit in der Pflege zu begrenzen.

 

Staatssekretär Westerfellhaus: „Das Geschäftsmodell der Leiharbeitsfirmen funktioniert, weil wir einen Pflegefachkräftemangel haben und es verschärft diesen noch.“ Personalvermittlungsagenturen werben Pflegekräfte meist mit hohen Geldbeträgen an, um diese dann an Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern zu deutlichen höheren Konditionen zu verleihen. „Wer zur Stammbelegschaft gehört, reibt sich verwundert die Augen, wenn ehemalige Kollegen wieder teuer eingekauft werden. Zur Entschärfung des Problems müssen sich schlichtweg die Arbeitsbedingungen für die Stammbelegschaft verbessern, also stabile Dienstpläne garantiert, attraktive Gehälter gezahlt und ausreichend viele Kollegen eingestellt werden. Dann wirkt Leiharbeit auch nicht mehr so attraktiv.“

 

Der Pflegebevollmächtigte sieht jedoch noch weiteren Handlungsbedarf: „Ich wünsche mir eine ähnliche Regelung auch für die Langzeitpflege und Rehaeinrichtungen. Das Problem beschränkt sich ja nicht nur auf Krankenhäuser. Hier ist nicht nur der Gesetzgeber gefordert, auch die Selbstverwaltung sollte ihr Versprechen aus der Konzertierten Aktion Pflege halten und unnötige Leiharbeit wirksam begrenzen.“

 

Zum Hintergrund:

 

Für Krankenhäuser sollen die Kosten für Leiharbeitnehmer in der Pflege auf das Niveau ihrer Stammbelegschaft gedeckelt werden. Etwaige höhere Gehälter sowie Vermittlungsgebühren können dann nicht über das ab 2020 neu geltende Pflegebudget abgerechnet werden. Ein entsprechender Änderungsantrag soll mit dem MDK-Reformgesetz beschlossen werden.

 

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