Besuchskonzepte für Pflegeeinrichtungen

Um den Infektionsschutz und die Rechte auf Selbstbestimmung und soziale Kontakte in Ausgleich zu bringen, brauchen die Einrichtungen umfassende, auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmte Konzepte. Ein Besuchskonzept, das für alle passt, gibt es nicht und wird es nie geben. Besuchskonzepte müssen immer auf die Einrichtung und die Situation vor Ort aktuell abgestimmt werden. Bislang fehlt es jedoch an einer übergreifenden Grundlage dafür.

 

Mit dieser großen Herausforderung und Verantwortung fühlen sich viele Einrichtungen daher immer noch alleine gelassen. Zusammen mit der Sorge, bei Infektionsfällen in der Einrichtung an den Pranger gestellt zu werden, hat dies stellenweise zu Besuchskonzepten geführt, die dem Infektionsschutz klar höhere Bedeutung als den sozialen Kontakten einräumten.

 

Deshalb erarbeitet der Pflegebevollmächtigte jetzt - untermauert mit dem Expertenrat des Robert Koch-Instituts (RKI) - eine Handreichung für Besucherkonzepte. Sie soll den Einrichtungen eine pragmatische Hilfestellung dabei geben, Besuche unter Gesichtspunkten des Infektionsschutzes angemessen sicher und gleichzeitig unter möglichst geringen Einschränkungen für Bewohner und Besucher durchzuführen. Eine solche übergreifende Handreichung würde den Einrichtungen erlauben, ihre Kräfte zielgerichtet einzusetzen und ggfs. auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von unnötigem Aufwand zu entlasten. Daneben würde sie für Bewohner und ihre An- und Zugehörigen die Regelungen nachvollziehbar machen.

 

Der Pflegebevollmächtigte ist nun im Austausch mit Verbänden von Pflegebedürftigen und den Trägern dabei, die verschiedenen, teils sehr effizienten Regelwerke übereinanderzulegen und die besten Praktiken zu identifizieren. Bereits deutlich vor Weihnachten will er – unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert-Koch-Institut – die Handreichung vorlegen, um den lokalen Besuchskonzepten mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben.

 

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